Hallo Heinrich,
vielen Dank für deine Nachricht und sehr gut, dass du dich bei der Unsicherheit einer scheinbaren Überdosierung direkt bei uns meldest.
Wir können deine Verwunderung zu den widersprüchlichen Aussagen gut verstehen und ich werde dir gerne einmal hier den Unterschied bestmöglich erklären.
Insbesondere Schreiben oder Artikel in den Medien, vom BfR und auch vom Verbraucherschutz sind oft sehr radikal und stellen viele Dosierungen und Zusammensetzungen auf dem ganzen Markt in Frage. Diese Aussagen beruhen leider in 99% der Fälle NICHT auf aussagekräftigen, wissenschaftlich basierten Daten oder Studien.
Es ist definitiv sinnvoll, wenn man seinen Körper bestmöglich mit den wichtigsten Vitalstoffen versorgen will, diese täglich OHNE einen akuten Mangel zu ergänzen.
99% der Bevölkerung (die keine NEM einnehmen) haben einen Mangel an einigen oder mehreren Vitalstoffen, was sich sehr negativ auf die Gesundheit auswirken kann.
Vitalstoffe sind an sehr vielen essentiellen Prozessen im Körper beteiligt, wie z.B. an einer einwandfreien Ablesung der Gene (Methylstoffwechsel mit Beteiligung von B12, Fölsäure, Vitamin D) oder auch dem Entgiftungsstoffwechsel (mit B-Vitaminen, Magnesium, Vitamin A, C, E). Das B-Vitamin Cobalamin (B12) zum Beispiel ist u.a. wichtig für die Bildung von roten Blutkörperchen, die Funktion des Nervensystems, die DNA-Synthese und den Energiestoffwechsel.
Dies sind hier nur ein paar Beispiele, um einmal die Wichtigkeit einer bestmöglichen Versorgung mit den Vitalstoffen darzustellen.
Der Bedarf an Vitalstoffen variiert natürlich immer ein bisschen unter äußeren Einflussfaktoren wie z.B. psychische/ physische Belastung, Umweltgifte (z.B. Glyphosate, Schwermetalle, Strahlung), ungenügender/ schlechter Schlaf, fehlende Vitalstoffe in der Nahrung, usw.
Mit einer grundliegenden Versorgung der wichtigsten Vitalstoffe ist der Körper also bestmöglich diesen Herausforderungen gegenüber gewappnet!
Nun zu dem Thema der scheinbaren 'Überdosierung der x-fachen Menge des täglichen Bedarfes'.
Die NRV-Werte (Nährstoffbezugswerte) auf Nahrungsergänzungsmitteln geben an, wie viel Prozent der empfohlenen Tagesdosis eines bestimmten Nährstoffs in einer Portion des NEM enthalten sind. Die NRV-Werte werden in der Regel gemäß den Empfehlungen der jeweiligen nationalen Ernährungsgremien oder internationalen Organisationen festgelegt, wie z.B. der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) oder dem Institute of Medicine (IOM) in den USA.
Bei diesen Empfehlungen werden die oben genannten Einflussfaktoren NICHT berücksichtig, da diese grundsätzlich von Mensch zu Mensch variieren und somit nicht 'standardisiert' angegeben werden könne. Die NRV-Werte gehen sozusagen von einem 'standard Menschen X aus, der keine Belastungen, keine Krankheiten und eine perfekte Ernährung hat.
So kommen die Abweichung zustande und können so auch durchaus die NRV-Werte um ein vielfaches übersteigen.
Hier noch ein Beispiel:
Zum Beispiel Vitamin B6:
In einer früheren Stellungnahme des SCF wurde eine Dosis von pro Tag über 50 mg bei Erwachsenen als potentiell schädigend angenommen (SCF, 1993). Basierend auf den Daten von Dalton und Dalton (1987) wurde vom SCF für Erwachsene ein UL (Tolerable Upper Intake Level) von 25 mg/Tag festgelegt. Mit dem UL-Wert wird die wahrscheinlich unbedenkliche tägliche Zufuhrmenge oder die so genannte tolerierbare höchste tägliche Zufuhrmenge ausgedrückt. Hier auch eine Übersicht zu anderen Ländern und der EU und dessen Höchstwerte:
https://www.klartext-nahrungsergaenzung.de/sites/default/files/2021-04/Hoechstmengen_Europa_April%202021.pdf
Wie du siehst, wird nur der Wert in Deutschland so niedrig angenommen, u.a. auch mit der Begründung, dass von einer B6 haltigen Ernährung ausgegangen wird.
Dies gilt auch für viele weitere Vitamine und Mineralstoffe (Bekannter Vergleich Vitamin D3: Der EU-Erhaltungswert liegt hier bei 2.500% NRV im Vergleich zum deutschen Empfehlungswert)Der BfR geht auch zusätzlich von einer Misch-Zufuhr aus NEM und Lebensmittel aus, und bezieht sich hier auf folgende Begründung:
Für die Anreicherung von sonstigen Lebensmitteln steht für Vitamin B6 eine Gesamtmenge von gerundet 7 mg (Restmengeang.LM) zur Verfügung. Verteilt man diese Menge auf die geschätzte tägliche Energieaufnahme aus angereicherten Lebensmitteln und unterstellt, dass 15 % bis maximal 30 % der Tagesenergie aus angereicherten Lebensmitteln aufgenommen werden, so ergeben sich altersabhängig maximal mögliche Zusätze an Vitamin B6 zwischen 0,5 und 2,3 mg/100 Kilokalorien (kcal).Der Verbraucherschutz selbst geht auf marktübliche Dosierungen von 3.500 % in ihren Erklärungen und Beispiele ein. Eine Zulassung ist aufgrund der EU in diesen Mengen erlaubt, muss aber dann durch die NRV prozentual gekennzeichnet sein, dies als Hintergrund-Info.
Wichtig ist auch zu wissen, dass wie gesagt Vitamin B6 ein wasserlösliches Vitamin ist, welches durch Anstrengung, Stress und Bewegung auch deutlich erhöht verbraucht wird.
Dieser Artikel ist sicher auch sehr hilfreich was das Thema Überdosierung von NEM angeht:
https://vitamoment.de/blogs/magazin/nahrungsergaenzungen-ueberdosieren
Lieben Gruß dein VitaMoment Team